Forum

Home
Nach oben
FORUM   PFERDESCHUTZ
Tierschutzfotos
Aktiv werden!
 

pferde-leserbriefe.de

 

 

                                                           

Da hat sich jemand Gedanken gemacht... war der folgende Brief auf www.pferde-leserbriefe.de der Auslöser?

 

Glücklicherweise setzt sich seit vielen Jahren die Gruppen – Auslaufhaltung für Pferde immer mehr durch. Dank dafür an Ursula Bruns und ihre Mitstreiter und besonders an die LAG, deren „Herz“ aus Hanns Ullstein jr besteht, der unermüdlich immer wieder neue Ideen entwickelt, aufgreift und verbreitet.

Was unter all den euphorisch sich verbreitenden Gedanken zur Gruppenhaltung leider zu kurz kommt, ist  die Aufklärung derer, die eigentlich keine Ahnung vom Wesen und den Bedürfnissen der Pferde und - wie man gleich sehen wird – den Menschen haben.

Kunterbunte Pferdegruppen werden wild durcheinandergewürfelt und man findet es gut, den Jährling mit dem beinkranken Senior zusammenzustellen. Beide gemeinsam werden von einem rüpeligen, unausgelasteten 7-jährigen Klopphengst permanent gescheucht. Klar, dass der arthritische Senior sich in dieser unglücklichen Situation schneller bewegt als sonst – das wertet der stolze Stallbesitzer als Trainingserfolg.

Stress und Schmerz, den das alte Pferd zu erleiden hat, werden nicht erkannt und das Trauma, welches das junge Pferd erleidet, wird ihm Jahre später als „unsoziales Verhalten“ angekreidet.   

In der Natur wäre die beschriebene Gruppe sicher unauffällig - wenn sich die drei Pferde eine Fläche von einem Hektar Größe teilten und damit beschäftigt wären, ihr Futter zu suchen.

Bei 30 Pferden, die über einen Zeitraum von sechs langen, langweiligen Wintermonaten gemeinsam eine Fläche von nur knapp 2000 qm bewohnen, kann solche Gedankenlosigkeit jedoch in Tierquälerei ausarten.

Eine Trennung der Tiere in sinnvolle Gruppen schafft zusätzliche (Denk-)Arbeit. Doch damit ist mancher Pferdehalter/Stallbesitzer offenbar überfordert.

Empfohlene „Trainingshindernisse“ wie steile Böschungen, querliegende Holzbalken oder ein kompliziert angelegter Weg zur Wasserstelle sind sinnvolle Beschäftigungstherapien für Körper und Seele eines gesunden Pferdes – solchen mit einem Handicap wie Sehschwäche (kommt häufiger vor als man denkt!), Beinkrankheiten, o.ä., schaffen sie zusätzliche Probleme.

Wer würde schon seinem sehbehinderten Großvater mehrere Eimer in den Weg stellen, damit er lernt, sie zu umrunden... oder der herzkranken Großmutter eine neue Wohnung zuweisen, die nur über eine Treppe mit 65 Stufen zu erreichen ist – damit die alte Dame „im Training bleibt“ ??

Jeden, der solche Dinge tut, würden wir doch zu Recht als gewissenlos bezeichnen...

Es kann nicht die Aufgabe von U. Bruns und H. Ullstein jr sein, uns Pferdehalter zur Menschlichkeit zu erziehen. Darauf müssen wir schon selbst kommen.

Wer jetzt das Argument anführt, dann müsste für betroffene Pferde eine andere Unterkunft gesucht werden , ist unfair.

Gerade wenn ein Tier plötzlich erkrankt, in bekannter Umgebung alt wird oder als unbedarftes Jungtier in die Zukunft blickt,  hat es ein Gefühl der Sicherheit verdient.

 

13.05.2002   Stefanie M.


Leserkommentare:


Hey, endlich mal einer der sich Gedanken um ein " Pferdeleben " macht, find
ich gut!!!



Hufpfleger Dieter Salterberg
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: mail@pferdeschutz.org 
Stand: 19. Juli 2006