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"Unsaubere" Vermittlung von
Schutzpferden?
Folgende e-mail betrifft einen Artikel in einer Internet – Pferdezeitung, in der Pferdeschützer unlauterer Machenschaften und Unregelmäßigkeiten in der Vermittlung von Tierschutzpferden bezichtigt, deren Wahrheitsgehalt oder Hintergründe aber nicht weiter überprüft werden. Selbst wenn es sich um zutreffende Vorwürfe handeln sollte, müsste den Betroffenen innerhalb des Artikels die Möglichkeit zur Rechtfertigung oder Klarstellung gegeben werden: Liebe Redakteure
der "pferdezeitung", Der Schutzhof hat
sicherlich in den meisten Fällen bereits hohe Kosten gehabt, was
tierärztliche Behandlung, Pflege und Futter angeht. Jeder Euro, den man
nicht erbetteln muss, gibt mehr Zeit für die Versorgung der Tiere. Jeder
Euro, der durch die Vermittlung eines Tieres eingeht, kommt bereits dem
nächsten Schützling zu gute. Bevor Sie
Tierschützer angreifen, möchte ich Ihnen raten, mindestens 24 Stunden
mit denjenigen zu verbringen, die Sie gerade noch "in die Pfanne hauen"
wollten... Ich bin sicher, dass Sie in vielen Fällen Ihre Meinung
revidieren müssten. Üben Sie Ihren Job
korrekt aus, denn damit können Sie den Tierschutz unterstützen. Ihm
Steine in den Weg zu legen, ist absolut unfair. 7.6.2002 11.6.2002 : Das unseriöse Vorgehen dieser Internet - Zeitung bestätigt sich. Weder die unten folgende Stellungnahme des Kölner Schutzhofes für Pferde noch der obige Brief wurden veröffentlicht. Gleiches gilt für zwei e-mails, die an den Redakteur gesandt wurden. 12.06.2002 Was lange währt... - hier die Antwort: ich hatte ca. 10 Tage keine Gelegenheit, meine E-Mails zu bearbeiten. Das tut mir leid, aber es kommt vor. Mit freundlichen Grüßen Werner Stuerenburg Stellungnahme des Kölner Schutzhofes für Pferde:
Sehr geehrter Herr Stürenburg,
bezugnehmend auf Ihr Vorwort "Die Masche mit dem Mitleid"
möchte ich eine Stellungnahme bezüglich des "Kölner Schutzhof
für Pferde" abgeben und falsche Behauptungen richtigstellen.
Zuerst einmal schreiben Sie, dass der Verein die Notbremse
bezüglich der Vermittlung von Pferden gezogen hat. Das ist
falsch! Der Verein hat damals die AUFNAHME von neuen Pferden
aus finanziellen Gründen gestoppt, nicht die Vermittlung von
Tieren. Denn die Versorgung der bereits auf dem Hof lebenden
Tiere durfte nicht gefährdet werden.
Eins haben Sie aber absolut richtig interpretiert: Man muss,
um es mit Ihren Worten zu beschreiben, einen "Eignungstest"
bestehen, um ein Tier vermittelt zu bekommen. Und Donnerwetter,
so gross ist der Andrang, dass wir uns das leisten können! Und
das zu recht! Der Verein besteht schon seit 14 Jahren und in
einer solchen Zeit "lernt" man viel dazu. Wir sind nicht bestrebt,
möglichst viele Pferde in möglichst kurzer Zeit zu "verscherbeln".
Unsere Pferde haben fast alle eine negative Vergangenheit und
schlechte Erfahrungen mit Menschen hinter sich, denn deswegen
sind sie bei uns! Und das soll sich nicht fortsetzen, wenn wir
sie wieder abgeben. Daher werden neue Besitzer sehr sorgfältig
ausgesucht.
Zum Thema Schutzgebühr: Das ist eine übliche Bezeichnung.
Die Bezeichnung "Kaufpreis" wäre FALSCH, denn die Tiere werden
mit einem "Schutzvertrag" und nicht mit einem "Kaufvertrag"
abgegeben. Die Tiere bleiben nicht Eigentum des Vereins, sondern
ZUNÄCHST Eigentum des Vereins. Das haben Sie ebenfalls
falsch gelesen und falsch interpretiert. Nachkontrollen sind
in jedem vernünftigen Tierheim üblich, es sei denn, es ist den
Tierheimen egal, was mit den Tieren in Zukunft passiert. Und uns
ist es eben NICHT egal, was mit unseren Pferden nach der
Vermittlung passiert! Wenn dann nach einiger Zeit noch alles ok
ist, gehen die Tiere in das Eigentum des neuen Besitzers über.
Und trotz unseres "Eignungstests" und einer "Vorkontrolle" kommt
es schon mal vor, dass wir Pferde nach ein paar Wochen oder Monaten
zurücknehmen müssen, weil die Haltungsbedingungen katastrophal
geworden waren. Manche Menschen sind sich nicht im Klaren, dass
die artgerechte Haltung von Pferden nicht mit der Haltung einer
Katze oder eines Hundes vergleichbar ist. Ach so ist das, werden
sie jetzt wahrscheinlich denken, die Pferde werden vermittelt,
unter fadenscheinigen Gründen wieder einkassiert und dann erneut
vermittelt. Ein guter Verdienst, was? Leider nein, in solchen
Fällen wird die Schutzgebühr zurückgezahlt. Wir haben dadurch nur
Ärger und unnötige Arbeit und das Pferd ist vielleicht um eine
weitere negative Erfahrung reicher.
Die neuen Halter, die sich auf diese (unsere) Bedingungen
einzulassen, haben den Tierschutz-Gedanken richtig verstanden.
Nicht einfach schnell irgendwo ein Pferd kaufen, sondern das
Vertrauen eines Tieres mit schlechten Erfahrungen wieder gewinnen.
Wer das nicht möchte, soll sich eben auf dem feien Markt umsehen.
Warum wohl schauen sich viele Tierfreunde erst einmal im Tierheim
nach einem Hund um, anstatt direkt ohne Probleme ein Tier beim
Züchter zu kaufen? Das ist meiner Meinung nach sehr lobenswert.
Ich bitte um eine sofortige Klarstellung und öffentliche
Stellungnahme auf Ihrer Seite, denn Sie erwähnen in Ihrem Vorwort
"unlautere Methoden" und nennen als Beispiel den Pferdeschutzhof!
Damit suggerieren Sie dem Leser, dass der Pferdeschutzhof mit
solchen unlauteren Methoden arbeitet!
Eine vernünftige Recherche und ein Befassen mit der Materie wäre
sehr sinnvoll, bevor man solche Berichte verfasst.
Am 29. Juni 2002 veranstalten wir unser diesjähriges Sommerfest,
wie wäre es, wenn SIE die Gelegenheit wahrnehmen, den
Pferdeschutzhof besuchen und sich VOR ORT ein Bild von unserer
Arbeit machen?
Gruss,
Oliver Thiart
Kölner Schutzhof für Pferde
Tierschutz und Umwelt e.V.
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mail@pferdeschutz.org
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