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"Unsaubere" Vermittlung von Schutzpferden?

Folgende e-mail betrifft einen Artikel in einer  Internet – Pferdezeitung, in der Pferdeschützer unlauterer Machenschaften und Unregelmäßigkeiten in der Vermittlung von Tierschutzpferden bezichtigt, deren Wahrheitsgehalt oder Hintergründe aber nicht weiter überprüft werden. Selbst wenn es sich um zutreffende Vorwürfe handeln sollte, müsste den Betroffenen innerhalb des Artikels die Möglichkeit zur Rechtfertigung oder Klarstellung gegeben werden:

Liebe Redakteure der "pferdezeitung",

als guten Journalisten ist es Ihnen doch sicher wichtig, ausgewogene, neutrale Informationen weiterzugeben. Keine billige Anklage und üble Nachrede im Sinne der Toiletten - Presse.
Ich kann nicht mitreden, wenn es um die Art und Weise geht, wie der Kölner Schutzhof mit zu vermittelnden Pferden verfährt. Wenn ich darüber lese, wäre mir aber wohler, mit einer direkten Stellungnahme einer Person der Schutzhofleitung konfrontiert zu werden. Alles andere halte ich für billige Sensationspresse.
Wo liegt das Problem, wenn für die Übernahme von Schutzhof - Tieren ein gewisser Betrag gezahlt werden soll? 

Der Schutzhof hat sicherlich in den meisten Fällen bereits hohe Kosten gehabt, was tierärztliche Behandlung, Pflege und Futter angeht. Jeder Euro, den man nicht erbetteln muss, gibt mehr Zeit für die Versorgung der Tiere. Jeder Euro, der durch die Vermittlung eines Tieres eingeht, kommt bereits dem nächsten Schützling zu gute.
Wann haben Sie selbst das letzte Mal freiwillig gespendet? Ohne von jemandem auf eine Spende aufmerksam gemacht zu werden?
Wenn Sie sich so intensiv mit der Vermittlungssituation von Tierschutzpferden auseinandergesetzt haben, um einen Angriff auf Tierschützer in Bewegung zu setzen, dürften Sie sicher auf ein Patentrezept gestoßen sein, das den Pferden zukünftig hilft, in allerbeste Hände vermittelt zu werden.
Hat Ihnen schon mal jemand ungewollte Tiere über den Zaun geworfen oder am Gartenzaun angebunden? Vorgelogen, dass es sich um ein abzugebendes „Fundtier“ handelt oder Sie erpresst, um ein Tier loszuwerden?

Bevor Sie Tierschützer angreifen, möchte ich Ihnen raten, mindestens 24 Stunden mit denjenigen zu verbringen, die Sie gerade noch "in die Pfanne hauen" wollten... Ich bin sicher, dass Sie in vielen Fällen Ihre Meinung revidieren müssten.
Das wäre echte Recherche.

Üben Sie Ihren Job korrekt aus, denn damit können Sie den Tierschutz unterstützen. Ihm Steine in den Weg zu legen, ist absolut unfair.
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gerne Adressen von verschiedenen Pferdeschutzhöfen zukommen lassen, über deren Arbeit (häufig 24 Stunden täglich!) Sie sich dann reell informieren können.
Auf Ihr Patentrezept, wie man die Vermittlungssituation im Pferdeschutz verbessern kann, bin ich sehr gespannt.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefanie Moreau 

7.6.2002

11.6.2002 : Das unseriöse Vorgehen dieser Internet - Zeitung bestätigt sich. Weder die unten folgende Stellungnahme des Kölner Schutzhofes für Pferde noch der obige Brief wurden veröffentlicht. Gleiches gilt für zwei e-mails, die an den Redakteur gesandt wurden.

12.06.2002

Was lange währt... - hier die Antwort:

ich hatte ca. 10 Tage keine Gelegenheit, meine E-Mails zu bearbeiten.
Das tut mir leid, aber es kommt vor. 

Mit freundlichen Grüßen

Werner Stuerenburg     


Stellungnahme des Kölner Schutzhofes für Pferde:
Sehr geehrter Herr Stürenburg,


bezugnehmend auf Ihr Vorwort "Die Masche mit dem Mitleid" 
möchte ich eine Stellungnahme bezüglich des "Kölner Schutzhof 
für Pferde" abgeben und falsche Behauptungen richtigstellen.
Zuerst einmal schreiben Sie, dass der Verein die Notbremse 
bezüglich der Vermittlung von Pferden gezogen hat. Das ist 
falsch! Der Verein hat damals die AUFNAHME von neuen Pferden 
aus finanziellen Gründen gestoppt, nicht die Vermittlung von 
Tieren. Denn die Versorgung der bereits auf dem Hof lebenden
Tiere durfte nicht gefährdet werden.
Eins haben Sie aber absolut richtig interpretiert: Man muss, 
um es mit Ihren Worten zu beschreiben, einen "Eignungstest" 
bestehen, um ein Tier vermittelt zu bekommen. Und Donnerwetter, 
so gross ist der Andrang, dass wir uns das leisten können! Und 
das zu recht! Der Verein besteht schon seit 14 Jahren und in 
einer solchen Zeit "lernt" man viel dazu. Wir sind nicht bestrebt, 
möglichst viele Pferde in möglichst kurzer Zeit zu "verscherbeln". 
Unsere Pferde haben fast alle eine negative Vergangenheit und 
schlechte Erfahrungen mit Menschen hinter sich, denn deswegen 
sind sie bei uns! Und das soll sich nicht fortsetzen, wenn wir 
sie wieder abgeben. Daher werden neue Besitzer sehr sorgfältig 
ausgesucht.


Zum Thema Schutzgebühr: Das ist eine übliche Bezeichnung. 
Die Bezeichnung "Kaufpreis" wäre FALSCH, denn die Tiere werden 
mit einem "Schutzvertrag" und nicht mit einem "Kaufvertrag" 
abgegeben. Die Tiere bleiben nicht Eigentum des Vereins, sondern 
ZUNÄCHST Eigentum des Vereins. Das haben Sie ebenfalls
falsch gelesen und falsch interpretiert. Nachkontrollen sind 
in jedem vernünftigen Tierheim üblich, es sei denn, es ist den 
Tierheimen egal, was mit den Tieren in Zukunft passiert. Und uns 
ist es eben NICHT egal, was mit unseren Pferden nach der 
Vermittlung passiert! Wenn dann nach einiger Zeit noch alles ok 
ist, gehen die Tiere in das Eigentum des neuen Besitzers über.
Und trotz unseres "Eignungstests" und einer "Vorkontrolle" kommt 
es schon mal vor, dass wir Pferde nach ein paar Wochen oder Monaten 
zurücknehmen müssen, weil die Haltungsbedingungen katastrophal 
geworden waren. Manche Menschen sind sich nicht im Klaren, dass 
die artgerechte Haltung von Pferden nicht mit der Haltung einer 
Katze oder eines Hundes vergleichbar ist. Ach so ist das, werden 
sie jetzt wahrscheinlich denken, die Pferde werden vermittelt, 
unter fadenscheinigen Gründen wieder einkassiert und dann erneut 
vermittelt. Ein guter Verdienst, was? Leider nein, in solchen 
Fällen wird die Schutzgebühr zurückgezahlt. Wir haben dadurch nur 
Ärger und unnötige Arbeit und das Pferd ist vielleicht um eine 
weitere negative Erfahrung reicher.
Die neuen Halter, die sich auf diese (unsere) Bedingungen 
einzulassen, haben den Tierschutz-Gedanken richtig verstanden. 
Nicht einfach schnell irgendwo ein Pferd kaufen, sondern das 
Vertrauen eines Tieres mit schlechten Erfahrungen wieder gewinnen. 
Wer das nicht möchte, soll sich eben auf dem feien Markt umsehen. 
Warum wohl schauen sich viele Tierfreunde erst einmal im Tierheim 
nach einem Hund um, anstatt direkt ohne Probleme ein Tier beim 
Züchter zu kaufen? Das ist meiner Meinung nach sehr lobenswert.
 
Ich bitte um eine sofortige Klarstellung und öffentliche 
Stellungnahme auf Ihrer Seite, denn Sie erwähnen in Ihrem Vorwort 
"unlautere Methoden" und nennen als Beispiel den Pferdeschutzhof! 
Damit suggerieren Sie dem Leser, dass der Pferdeschutzhof mit 
solchen unlauteren Methoden arbeitet!
Eine vernünftige Recherche und ein Befassen mit der Materie wäre 
sehr sinnvoll, bevor man solche Berichte verfasst.
Am 29. Juni 2002 veranstalten wir unser diesjähriges Sommerfest, 
wie wäre es, wenn SIE die Gelegenheit wahrnehmen, den 
Pferdeschutzhof besuchen und sich VOR ORT ein Bild von unserer 
Arbeit machen?
 
Gruss,
Oliver Thiart
Kölner Schutzhof für Pferde

Tierschutz und Umwelt e.V.


Fotos vom Sommerfest!!

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: mail@pferdeschutz.org 
Stand: 30. Juli 2007